Plakat "50 Jahre ABH!", Quelle: https://www.bengelhaus.de/aktuelles/jubilaeum/

50 Jahre Albrecht-Bengel-Haus

Der alljährliche “Turm-Treff” des Albrecht-Bengel-Hauses fand am Samstag, 18. Januar 2020 in der Aula des Quenstedt-Gymnasiums in Mössingen statt, unter dem Motto “Geschichte mit Zukunft”. Eingeladen waren “viele Gäste, Bengel, ehemalige Bengel und Wegbegleiter”.

Angelika und ich erlebten den Jubiläums-Treff und trafen dort auch unseren Sohn Georg (als aktiven “Bengel”).

  • 2 Ballone = Zahl 50Ein bunter Rückblick versammelte denkwürdige Grußworte.
  • Gemeinsames Singen zum Lob Gottes (“Du großer Gott”, “Gott ist gegenwärtig”…)
  • Als Ausblick sprach der Historiker Markus Spieker zum Thema “Zukunftstrends der Gesellschaft”.
  • Wohnzimmergespräche” boten die Gelegenheit, in kleiner Runde (in
    Klassenzimmern mit kleinen Stühlen!) mit aktiven und ehemaligen Bengeln ins Gespräch zu kommen.
  • Nach dem Abendessen schloss das Jubiläum mit “Lob & Dank – Bengel aus 50 Jahren ABH musizieren”.

Denkwürdige Grußworte

Rektor Clemens Hägele

wünschte Liebe…

  • zum Wort Gottes,
  • zur Gemeinde,
  • zu den Menschen.

Altlandesbischof Gerhard Maier

(mit 83 Jahren!) legte Wert darauf:

  1. keiner der Gründer hat es bereut!
  2. das Vertrauen in Gottes Wort stärken und historische Kritik zurückweisen muss in Zukunft zentrales Anliegen bleiben
  3. Dank – an Gott, Studenten, Kollegen, Christen sogar über Deutschland hinaus für Spenden und Fürbitte

Sein Fazit: “Das Andenken der Gerechten bleibt im Segen“,
deshalb “Mut fassen für die Zukunft!

Prälat Christian Rose

grüßte stellvertretend für den Landesbischof (zeitgleich startete in Bad Boll die 16. Landessynode):

  • Der Landesbischof ist mit dem Albrecht-Bengel-Haus verbunden.
  • Das 50. Jahr ist im alten Israel das “Jubeljahr“, das weist voraus auf die Freudenbotschaft des Evangeliums!
  • Für die Geschichte des Bengel-Hauses verwies er auf das gleichnamige Buch von Jörg Breitschwerdt.
  • Seiner Ansicht nach hat das Bengelhaus eine Brücke gebaut, damit viele in der Landeskirche blieben.
  • Als Stadtstudent immer wieder im ABH, fand er es eine “tolle Sache“.
  • Der Gegensatz: historisch-biblische und historisch-kritische Theologie.
  • Ein ehrlicher Rückblick: manche hitzige Debatte hätte vielleicht lieber auf dem Fußballfeld einen Ausdruck bekommen…
  • Er konnte “manchen Auslegungsweg später nicht mitgehen”, bemerkt aber, dass wir alle “um die Wahrheit ringen”. Die Wahrheit ist Jesus Christus.

Dekan Volker Leppin

  • Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät Tübingen
  • bescheinigte dem Albrecht-Bengel-Haus ein Miteinander des guten Austausches, das Denken fordert.
  • Bei Gesprächen im Land und der zaghaften Frage des Gegenübers, wie es “mit den Evangelikalen” in Tübingen sei, kann er offen antworten und selbstkritisch zugestehen: auch Augustin und Luther sind zu “nicht ganz schlechten theologischen Erkenntnissen” gekommen ohne die historisch-kritische Methode – das relativiert harte Auseinandersetzungen.
  • Anders als in der Gründungszeit des Albrecht-Bengelhaus sprechen heute…
    • die einen den andern nicht den Verstand und
    • die andern den einen nicht den Glauben ab.
  • Er schloss – das musste wohl so kommen – mit dem lateinischen Glückwunsch:
    Ad multos annos!“.

Pfarrer Udo Zanzinger

  • mit halber Stelle Studienleiter am Friedrich-Hauß-Studienzentrum in Schriesheim
  • sandte eine Videobotschaft
  • Neben den Streit der “theologischen Hitzköpfe” um die Wahrheit…
  • … stellte er als “Abkühlung” das Miteinander auf den Stockwerken:
  • Theologie, die in Liebe gelebt wird!
  • Er nannte das ABH den “großen Bruder” der anderen Studienhäuser – es wird gebraucht, vielleicht noch 50 oder 100 Jahre!

Weitere Grüße

… kamen vom Gnadauer Verband, bei dem das Bengelhaus am “runden Tisch” in Kassel vertreten ist.

Film: Hurra, hurra, der Pietcong ist da

Schriftzug "Hurra, hurra, der Pietcong ist da!"Gezeigt wurde eine Kurzfassung des gleichnamigen Films von Frieder Gerber (“Frieders Saftladen”) (YouTube).

Die Seite zum Film: derpietcong.de.

Gedanken aus dem Film:

  • Dekan Walter Tlach in Heidenheim zum Abschied vor dem Wechsel zum Albrecht-Bengel-Haus: “Ich gehe Märtyrer schnitzen” (geprägt von Verfolgung in Rumänien).
  • Anfangs gab es fast täglich Artikel gegen das Albrecht-Bengel-Haus in der Zeitung, Flugblätter gegen das Albrecht-Bengel-Haus in der Mensa
  • Allgemeine Erwartung: die Kirche gibt es höchstens bis ins Jahr 2000.
  • Gerhard Maiers Buch 1974 – er erwartete, “es liest niemand”.
  • Kommentare zum Buch lauteten, er würde Menschen herabführen auf den Standpunkt des Tieres, und er habe sein Nichtwissen zur Schau gestellt.
  • Landesbischof July: die Bengel gingen raus in Gemeinden, das war eine “innovative Geschichte” damals.
  • OB Palmer: sieht sich als liberal, freut sich aber mit – “konservativ zu sein muss nicht immer falsch sein”
  • Fazit: Jesus isch die Mitte des Bengelhauses, und im Bengelhaus sind Jesusleute!

Wohnzimmergespräche

Die Themen in kleinen Gruppen in Klassenzimmern reichten von “Gründe eines Gründers das ABH zu gründen” über “Christliche Flüchtlingsarbeit”, “Diese jungen Leute – Wie ticken unsere Studierenden?” bis zu “Wie muss theologische Ausbildung der Zukunft aussehen?”.

Leider konnten wir nur in einem “Wohnzimmer” sitzen: bei Andrea und Werner Baur. Sie regten an, zuerst nicht nach unserem Tun, sondern nach unserer Haltung zu fragen. Dazu gaben sie zehn bildhafte Impulse:

  • Zirkel-Menschen – in Christus verankert
  • Schalen-Existenz – von Gott beschenkt (Bernhard von Clairvaux: zuerst füllt Gott die Lebens-Schale, dann geben wir weiter)
  • Überströmende Brunnenstube – aus der Fülle leben und geben
  • Kleine Kraft – kein Makel, sondern Chance (Jesu Zuruf “Ohne mich könnt ihr nichts tun” nicht als Tadel, sondern Einladung)
  • Hoffnungsträger/innen – und keine Bedenkenschlepper
  • Brückenbauer/innen – Beziehungs- und Netzwerkpflege, die nicht abgrenzen, sondern zusammenbringen
  • Sich mit dem Zeitgeist befreunden – zum Menschenfreund werden (Gott ist ein Menschensucher)
  • Teamplayer – es braucht Teamfähigkeit, um ein Gemeindeteam anzuleiten
  • Lernende bleiben – nicht Allwissende werden
  • Keine Macher, sondern Zeugen sein

Für uns ein bewegender Nachmittag – Dank und Lob sei Gott!

Links

Homepage

  • Albrecht-Bengel-Haus
  • Friedrich-Hauß-Studienzentrum (Schriesheim bei Heidelberg)
  • Gnadauer Verband
  • Film Hurra, hurra, der Pietcong ist da! 50 Jahre Bengelhaus im Film:
    “Dieser Film hat nicht die Intention ausgewogen zu berichten, sondern vielmehr die Atmosphäre der Gründerzeit zu transportieren.” (http://www.derpietcong.de/). Mit Beiträgen von Oswald Bayer, Peter Beyerhaus, Volker H. Drecoll, Konrad Eißler, Volker Gäckle, Clemens Hägele, Peter Hahne, Rolf Hille, Martin Holland, Frank O. July, Christian Lehmann, Volker Leppin, Ulrich Mack, Gerhard Maier, Boris Palmer, Ulrich Parzany, Rainer Riesner, Thomas Pola, Maike Sachs, Hartmut Schmid, Rolf Sons, Peter Stuhlmacher.

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